Digitale und technische Hinterlassenschaft

Vor ein paar Jahren war es ein großes Thema: Das digitale Testament oder der digitale Nachlass.

– Was geschieht mit meinen Social Media-Konten und Profilen wenn ich mal nicht mehr unter den Lebenden weile? Wer löscht diese oder pflegt sie weiter?

Tipps: https://www.zurich.de/de-de/service/rat-hilfe/verfuegungen/testament/digitales-testament

Aber auch die aber so banalen technische Dinge, wie Zugangsdaten zum Router, Gerätepassworte, Beschreibung der Smarthome-Konfiguration. Auch wenn es nur darum geht die Sprechanlage ins interne Telefonnetz zu verbinden, können Screenshots der Konfigurationsseiten sehr hilfreich für Außenstehende sein.

Für das kommende verregnete Wochenende habe ich genug zu tun meine Dokumentation mal wieder zu überarbeiten.

Ich bin reif!

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Sagt zumindest der Käsemeister vom Dottenfelder Hof!

Gestern Abend habe ich meinen ersten Käse gemacht (solchen zum Essen, anderen gabs früher schon mal). Das Setting:

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Im Kupferkessel wurde die Milch erhitzt und es kamen die Kultur und das Lab (davon genau 1,8 ml!). Es muss kontinuierlich gerührt werden:

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Bei genau 37° wird die Flamme ausgemacht und nun muss das ganze 30 Min ruhen. Nicht an den Tisch stoßen, das könnte den Prozess stören.

Es gab aber auch Käse zum kosten, hier Mozarella und Scamorza (geräucherter Mozarella).

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Dazwischen haben wir noch schnell den Frischkäse fürs (heutige) Frühstück zubereitet:

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Zurück zum Kupferkessel:
Nach dem die Masse fest wurde, wurde sie mit der Harfe geschnitten. Vorgabe Haselnussgröße (mit Schale –  wie groß ist so etwas???). Und dann?

Und wieder rühren:

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noch mehr Käse (und Wein für die Nichtautofahrer):

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und weiterrühren. Es zeigten sich erste Ermüdungserscheinungen:

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Doch dann kann der Endspurt, Salz, Kräuter und Knoblauch einrühren:

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und schöpfen:

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Die 4 Becher wurden gefüllt, dann gestülpt und am Ende gut verpackt zum mit nach Hause nehmen.

Zum Abschluss wurde noch die Butter gemacht (Sahne so lange im Schraubglas schütteln, bis ein Butterklumpen entsteht). So dass es heute Morgen zum Frühstück selbstgebackenes Brot mit selbstgeschüttelter Butter und dem selbstgemachten Frischkäse gab.

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Lecker! Den anderen Käse gibts heute Abend. Ein Zertifikat gabs natürlich auch:

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Eine empfehlenswerte Veranstaltung mit viel, viel Informationen zu Käse auf dem Dottenfelder Hof.

2015

Auch wenn es gegen meine Überzeugung ist: 2015 wird jetzt abgehakt, im neuen Jahr geht es wieder aufwärts. Mit anderen Worten „die Hoffnung stirbt zuletzt“.
(Ich: Der Jahresbeginn ist willkürlich, daher halte ich die Aufregung über „Neujahr“ für übertrieben.)

ghghhg

Social Media-Nutzung oder warum ich nicht auf Facebook bin …

…und das was ich schreibe auf dem eigenen Blog liegt.

Auf Twitter habe ich mich zu einer Äußerung hinreißen lassen, die prompt eine Gegenfrage provozierte.
someLink im Tweet: http://www.sueddeutsche.de/digital/neue-app-facebook-will-alternativlos-werden-1.2507384

Warum ich die Nutzung „Sozialer Netzwerke“ auf ein Minimum beschränke:
„Soziale Netzwerke“ wie Facebook, Instagram, Flickr etc. sind nicht sozial. Es sind kommerzielle Plattformen, die damit Geld verdienen, dass die Nutzer ihre Daten hinterlassen. D. h., wir, die Nutzer, sind nicht die Kunden, sondern die Ware!

Die Geschichte meiner Internet/Social Media-Nutzung ist ständigen Änderungen unterworfen, in denen sich auch die technischen und sozialen Veränderungen der Umwelt/Gesellschaft wiederspiegeln.

Im Jahre 2000 habe ich meine erste (geschäftliche) Homepage gebastelt und mich durch den HTML-Code gewurschtelt. Es gab noch keine Plattformen wie WordPress.com, Blogger oder andere. D.h. ich wurde internet-sozialisiert mit der eigenen Webseite.

Und kann kam Web 2.0 und alle waren euphorisch. Toll, Kommunikation anstelle von statischen Webseiten, jeder kann Autor werden, alle lernen voneinander und miteinander, wunderbare Spielzeuge. Die Bildungslandschaft war allerdings äußerst träge und kam erste Jahre später zur Nutzung der Werkzeuge (und die Umsetzung hapert immer noch).

Mein erstes SoMe-Tool, das ich ernsthaft nutzte und noch nutze war Twitter. Facebook probierte ich auch aus, aber konnte mich nie so recht anfreunden damit, nutzte es zeitweise beruflich und verlies dann schnell die Plattform.

Warum?
Undurchsichtige AGBs, unklare Privatsphären-Einstellungen und außerdem „war es nicht mein Ding“, so ganz persönlich. Ich nutzte dann eine Weile Google+, da sich hier einige der Edu-Szene tummelten. Aber aus Zeitgründen habe sich die Aktivitäten dort eingestellt und auch den Google+-Account gelöscht.

Ich teste natürlich immer wieder neue Plattformen, einfach um auf dem Laufenden zu bleiben und weil es Spaß macht Neues zu erforschen. Zum Testen verwende ich irgendwelche Wegwerf-E-Mail-Adressen und versuche anonym zu bleiben

Ja, wir lassen uns alle, manche viel andere weniger, nicht nur durch SocialMedia-Plattformen, sondern durch Nutzung des Internets allgemein, ausnutzen. Kostenloses gibt es nicht! Leider ist das vielen nicht bewusst. Ich versuche meine Spuren zu minimieren und dazu gibt es viele einfache Möglichkeiten

  • Browser zum Surfen: Firefox mit diversen Plugins wie BetterPrivacy, Disconnect sowie Löschen des Verlaufs und der Cookies bei jedem Schließen des Browsers.
  • zeitweise auch Tor <https://www.torproject.org/>
  • nicht automatisch bei Google einloggen und keine Google-Anwendungen nutzen, ab und zu wird das Google-Konto via Chrome überprüft.
  • Zum Austausch von Dateien gibt es OwnCloud und FTP. Das ist natürlich nicht so schick, aber dafür auf dem eigenen Webspace. Dafür brauch ich kein Dropbox oder ähnliches. Auch Fotos, außen den privaten, sind nur auf meinem Webspace. Flickr ist mir zu groß, zu unübersichtlich. Außerdem sind meine Fotos und Reiseberichte für meine Freunde gedacht und ich will damit keine weltweite Aufmerksamkeit erzeugen.
  • Vermeide das Einloggen in Plattformen via Twitter-Account. Das ist zwar praktisch, erleichtert aber ungemein die Profilbildung und das Tracking
  • Und natürlich habe ich überall ein separates Passwort 🙂

Ich habe nun mal gerne die Kontrolle über meine „Sachen“. Seit Snowden hat sich dies noch verstärkt. Ich würde gerne für eine SocialMedia-Plattform zahlen, wenn dies sicherstellen würde, dass meine Daten nicht verschachert und zur Profilbildung herangezogen würden.

Für mich käme daher auch keine dauerhafte Präsenz auf Blogger oder WordPresss.com in Frage, denn nur auf der eigenen Webpräsenz habe ich die Kontrolle über meine Inhalte.

Die Aussage, via Facebook kann ich mit den Kindern Kontakt halten, gilt nicht, das kann ich mit einer eigenen Webpräsenz, mit einem eigenen WordPressinstallation und z.B. Koken für Fotos genauso gut. Wenn ich das technisch nicht kann? Dafür gibts genügend HIlfe – frage mal deinen Nachbarn oder die VHS.

Beiträge zu diesem Thema  werde ich ab jetzt mal zusammenstellen (natürlich hier auf dem Blog, auf einer speziellen Seite). Wobei ich für das temporäre Kuratieren von Inhalten, z.B. für Seminare oder Veranstaltungen auch Storify.com und SCOOP.IT genutzt habe. Dabei fällt mir noch ein Nachteil der Cloud-Plattformen ein: man vergisst manchmal. was dort so rumliegt.

Ich im Netz :

Das Gesagte gilt für mich als Privatperson, das gilt nicht für Menschen, die beruflich im Netz unterwegs sind und Unternehmen.

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Mein digitales ICH

Vor einigen Tagen wurde ich zufällig auf dem Mooc „Mein digitales ICH„, kurz gesagt, den #IchMOOC aufmerksam. Obwohl ich mich gleich wieder über die „Passagierin“ aufregen musste, habe ich mich durch das 1. Kapitel „Selbstdarstellung und Profile“ gelesen – nein, eher ge’video’t, da der Input als Videos erscheint. Nicht ganz mein Ding, ich lese lieber, aber die Videos sind nicht zu lang, toll gesprochen und mit kleinen Rückfragen bestückt.

Im ersten Video „Kann ich in digitalen Welten eine ganz andere Person sein als offline?“ mit Kixka Nebraska geht es um die Frage „Habe ich mehrere Identitäten?“ Natürlich:

  • zum Trennen von Beruflichem und Privatem
    Ich hatte (wärend meiner Berufstätigkeit) einen „beruflichen“ Twitteraccount, der auch auf der Firmenwebseite angezeigt wurde, für Nachrichten aus dem Bereich Online-Lernen.
    Und einen privaten Account zum Posaunen meiner privaten und politischen Meinung. Das fand ich unpassend für eine Firmenwebseite. Den privaten gibt es jetzt nicht mehr, dafür haben sich die Inhalte von @lress auf Twitter gewandelt.
  • zum Trennen vom „öffentlichem“ und sehr privatem Ich
    Jetzt (im Rentnerdasein) brauche ich das eigentlich nicht mehr. Aber ich hatte vor Kurzem einen separaten Twitteraccount eingerichtet, um für Freunde und Interessierte intensiv von einer Urlaubsreise zu Twittern. Dies passte nicht zum Stil des „normalen“ Twitteraccounts und richtete sich auch nur an wenige Personen.
    Inzwischen habe ich mal wieder einen zusätzlichen Account, der aber nur sehr sporadisch genutzt wird, zu sehr privatem, eigentlich nur zur Selbstreflektion (hat auch keinen Follower, folgt aber anderen ähnlichen Accounts)
    (Passt zum Video 1.4: „Identitätspostulaten“: „Ich bin was ich poste“)
  • Ansonsten habe ich meinen privaten Blog und eine Fotoseite.

Zu Facebook: Ja, ich finde FB „böse“. Ich zahle nicht mit meinen Daten für Herrn Zuckerberg und Konsorten. Zur Zeit habe ich mal wieder einen Account zum Lurken eingerichtet, aber ich kann mich nun mal nicht für FB begeistern. Anders war es bei Google+. Hier habe ich aber den Account auch wieder gelöscht als ich merkte, dass ich ihn doch nicht (mehr) nutzte.

Im Video wurde die These aufgestellt, dass es 3 Sichtweisen auf das „Ich“ gibt:

  1. wie ich denke, dass ich bin
  2. wie mein Gegenüber denkt dass ich bin
  3. wie ich denke, dass mein gegenüber denkt dass ich bin

Ich denke es gibt noch eine 4. Sichtweise: Ich, wie ich sein möchte. Dies  ist nicht immer (eher meistens) das gleiche zur Sicht 1.

Die Frage „Wie will ich online wahrgenommen werden?“ hängt natürlich davon ab, mit welchem Ziel ich online bin.
Will ich mich nur informieren, von andern lernen: dann bin ich ein Lurker und will gar nicht wahrgenommen werden, erscheine nur anonym in der Zahl der Seitenaufrufe.
Diskutiere ich mit und stelle ich eigene Beiträge ein, dann ist das natürlich abhängig davon, warum ich online bin:

  • meine Erfahrungen zu teilen, um dadurch meine Kompetenz darzustellen
  • zu Lernen, von anderen Erfahrungen zu profitieren
  • neue Kunden gewinnen

oder privat:

  • die Online-Diskussion als Empörungsventil zu nutzen 🙂
  • von anderen Erfahrungen zu lernen
  • andere Meinungen besser zu verstehen
  • alte Kontakte zu pflegen und neue zu knüpfen

Daraus resultiert, wie ich wahrgenommen werde.

In diesem Zusammenhang: Welchen Einfluss hat das Account-Bild? Was sagt uns das über den Nutzer?

1949_5  oder oder

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(M)Eine Geschichte zum Thema „Recht am eigenen Foto“

Sommer 1986: Ich arbeite bei einem amerikanischen Computerunternehmen namens Hewlett Packard. Dies wurde angefragt, ob es nicht jemanden mit einem Computer zum Kinderfest im Bundeskanzleramt (damals noch in Bonn) schicken könnte, so als Symbol für die Fortschrittlichkeit. Da ich im PC-Bereich arbeitete, hieß es „Lore, fahr da mal hin“. Gesagt getan. Mitsamt Equipment machte ich mich auf den Weg. Kontrollen überstanden, stand ich denn da mit dem PC und unterhielt die Kinder und deren Begleiter am PC. Dann der große Auftritt des Bundeskanzlers Kohl mitsamt Entourage, Fotografen und Kameras.

Nach der kleinen Aufregung, dass ein Schnipsel vom PC auch in den Abendrachrichten zu sehen war, geriet der Ausflug schnell in Vergessenheit. Bis…
Ja, bis zu jenem denkwürdigen Tag kurz vor Weihnachten – zum Glück war die halbe Belegschaft schon im Weihnachtsurlaub! Wer damals schon beruflich aktiv war, erinnert sich vielleicht daran, dass Hewlett-Packard berühmt für seine schrankenlosen Großraumbüros war (die waren wirklich gut!). Also an diesem eigentlich ruhigen Tag gellte plötzlich aus der hintersten Ecke ein entsetzter Schrei „Lore – was machst Du denn bei denen???“
Völlig ahnungslos spurtet ich hin. Und was musste ich sehen?

Eine Beilage der CDU zur anstehenden Bundestagswahl (25.1.1987) in der Tageszeitung:

  • Kohl mit Mutter Theresa
  • Kohl mit Maggie Thatcher
  • Kohl mit Hannelore (Kohl)
  • und last not least: Kohl mit mir – und den Kindern am Computer

ich_und_kohlDer Schock fuhr mir richtig in alle Glieder – der Ruf komplett zerstört!!!
Ich rannte die Treppe hoch zur Marketingabteilung und fragte, wie ich in diese Werbebroschüre kam? Nun ja, man hatte eine Anfrage des Fotografen – wegen des PCs – gehabt und natürlich zugestimmt. UND ICH??? Hmm, Pech gehabt, öffentliche (bzw. halböffentliche) Veranstaltung.
Aber es war ja eh zu spät. Das Heftchen war verteilt und bei meiner Mutter lief das Telefon heiß. Und ich? Wie schon gesagt, der Ruf war dahin >:-(

Seit dieser Zeit bin ich äußerst vorsichtig und zurückhaltend, wenn irgendwo Fotos gemacht werden!

Wie wäre heute die rechtliche Situation?
Schmerzensgeld?

Schreiben

Diesen Tipp (von Dörte Giebel) kann ich bestätigen. Ich schreibe zwar sehr wenig für die Allgemeinheit, aber mein „Schreibspiel“ begleitet mich nun schon etliche Jahre. Mit Spiel hat es nichts zu tun, sondern ich schreibe alles auf, was mir gerade so durch den Kopf geht. Mit Bleistift oder Kulti auf irgendein gerade verfügbares Papier. Auf Reisen mit der Bahn habe ich ein kleines Notizbuch dabei und dort werden die Gedanken so wie sie fließn festgehalten. So kann frau bösartig über andere Mitreisende oder Schaffner lästern. Sich aber auch Kummer von der Seele schreiben.

Eine zweite Methode, die für mich hilfreich war (und ist) ist das twittern über einen anonymen Account. Hier werden die Gefühle in wenigen Worten festgehalten, die gerade die Seele belasten.kind1sw-2